Ein DNA-Test für genealogische Zwecke folgt einem standardisierten Prozess. Die folgenden Abschnitte beschreiben die wichtigsten Stationen — was technisch geschieht, worauf man achten sollte und welche Schlussfolgerungen möglich sind.
🧪 Probenentnahme
- Bestellung des Testkits: Der Anbieter sendet dir ein Kit mit Anweisungen und einem Rücksendeumschlag. Wenn du Nutzer eines genealogischen Dienstes wie Ancestry oder MyHeritage bist, kannst du deren DNA-Test nutzen. Es gibt aber auch Anbieter, die ausschließlich den Test anbieten, z. B. iGENEA in der Schweiz.
- Probenart: In der Regel Speichel (Spuckprobe) oder Wangenabstrich (Buccal Swab). Das ist in wenigen Sekunden erledigt.
- Identifikation & Einverständnis: Die Probe ist mit einem Barcode versehen. Du füllst die Einwilligungs- und Datenschutzformulare aus.
Wichtig: Lies dir die Datenschutzerklärung durch. - Versand ans Labor: Die Probe wird verschlossen und an das Labor zurückgeschickt. Nun heißt es ein paar Tage warten.
🔬 Genotypisierung
Je nach Testtyp unterscheidet sich die Analyse. Oft kannst du den Umfang der Marker, die geprüft werden, wählen. Je detaillierter, desto teurer. Wenn du nur die Region
verifizieren möchtest, reicht ein einfacher Test völlig aus. Gute Anbieter bieten eine Beratung an, welcher Test für deinen Anwendungsfall der richtige ist.
- Y-DNA (Y-Chromosom): Untersucht Short Tandem Repeats (STRs) oder Single Nucleotide Polymorphisms (SNPs) auf dem Y-Chromosom. Nur relevant für Männer,
um die väterliche Linie zu prüfen. - mtDNA (mitochondriale DNA): Diese wird über die Mutterlinie vererbt.
📊 Ergebnisbereitstellung
- Bericht: Du erhältst die Ergebnisse deiner Marker (optional auch Ethnizitätsschätzung, Liste von Matches, mögliche Verwandtschaftsgrade).
- Rohdaten-Download: Viele Anbieter erlauben das Herunterladen der Rohdaten (SNP-Files), die in Drittplattformen hochgeladen oder weiterverarbeitet werden können. Wenn du die Daten nicht herunterladen kannst, musst du sie im nächsten Schritt per Hand eingeben — lästig, aber kein Beinbruch.
🗃️ Datenbanken prüfen
Nun folgt der spannende Schritt: der Vergleich deiner DNS mit anderen Probanden. In Deutschland bestehen große Bedenken bezüglich der DNA-Analyse,
wodurch die Vergleichsmöglichkeiten sehr überschaubar sind. Ganz anders sieht es in den Vereinigten Staaten von Amerika aus. Hier wird man sehr gut fündig, wenn es darum geht,
Verwandtschaft oder Ahnengemeinschaft zu entdecken.
- Interne Datenbank vs. Drittanbieter: Große Anbieter (Ancestry, 23andMe, MyHeritage, iGENEA) vergleichen nur innerhalb ihrer eigenen Nutzerbasis. Drittplattformen
(z. B. GEDmatch, FamilyTreeDNA-Tools) ermöglichen Cross-Matching unterschiedlicher Anbieter. - Upload & Matching: Rohdaten hochladen oder eingeben und Matches prüfen. Zusätzliche Werkzeuge wie Segmentanalyse, Chromosomenbrowser und gemeinsame
Stammbäume können angeboten werden.
📨 Kontaktaufnahme zu Matches
Wenn du einen vermeintlichen Verwandten kontaktierst, gehe behutsam vor. Sag ihm, wer du bist, warum du schreibst und welche Informationen du teilst. Nicht jede Person möchte genetische Informationen teilen oder familiäre Geheimnisse diskutieren! In der Regel freuen sich die Angesprochenen über den Kontakt, da sie ihre Daten zu genau diesem Zweck in die Datenbank eingegeben haben.